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4. Januar 2010 Bayerischer Rundfunk/ Bayern Klassik Pariser SommernachtsTräume Hector Berlioz und Théophile Gautier
„Wenn die neue Jahreszeit kommt, dann gehen wir beide, mein Schatz, in den Wald und pflücken Maiglöckchen!“. „Villanelle“, „Hirtenlied“ hat der französische Dichter Théophile Gautier dieses kleine Gedicht genannt, daß anmutig und leichtfüßig die „selige Zeit der Liebenden“ bei einem Frühlingsspaziergang beschreibt. Gautier, der im Paris seiner Zeit nicht nur als Poet sondern auch als Musikkritiker einen Namen hatte, gehörte - wie auch der Komponist Hector Berlioz - zum Kreis der jungen Romantiker. 1840/41 hat Berlioz dieses Gedicht und andere lyrische Liebeständeleien Gautiers, Phantasien der Sehnsucht und des Abschieds congenial vertont und zu dem Liederzyklus „Les nuits d‘été“ zusammengefaßt. Die Interpretation der sechs Lieder durch die französische Sängerin Régine Crespin läßt sich kunstvoller und berückender kaum vorstellen. Die Sendung entführt in den Traum einer Pariser Sommernacht, wie ihn Berlioz und Gautier geträumt haben mögen: wir flanieren - vielleicht im Bois de Boulogne - wie verzaubert durch poetische Räume, treiben durch ein vom Bütenduft geschwängertes Meer von Tönen, überlassen uns der Leichtigkeit und der Schwermut von Wort und Musik und versinken im Paris des 19. Jahrhundert
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9. Mai 2010 Bayern 2
Mon sombre amour Die lyrische Welt Louis Aragons in der Musik Eine Sendung von Vera Botterbusch 60 Min.
Es gibt im 20. Jahrhundert kaum einen französischen Dichter, dessen Gedichte so viele Sänger und Komponisten zu Vertonungen angeregt haben wie die von Louis Aragon. Er, der vielschreibende „poète engagé“, sei es, dass er als Romanautor oder gesellschaftskritischer Publizist, als Kommunist und Zeitgenosse seine Stimme erhob, war ein lyrischer Mensch durch und durch, der in der Wirklichkeit den Traum fand und im Traum die Wirklichkeit. Sein Leben war die Literatur. Seine Welt war ein poetisches Spiel mit verschiedenen Masken, Rollen, Gesichtern und auch seine vielbesungene Liebe zu seiner Frau Elsa Triolet erscheint wie eine literarische Manifestation. „Mon sombre amour“ heißt ein Gedicht von Louis Aragon, dieses mit allen Sinnen die menschlichen Sehnsüchte und Abgründe, die Hoffnungen und Verzweiflungen in bilderreiche Verse fassenden Poeten, dem die Lyrik Musik und die Musik Lyrik war. Dieser „dunklen, rätselhaften“ Liebe zum Leben begegnen wir in der Sendung von Vera Botterbusch. Die lyrische Welt Louis Aragons findet in den Liedern von Jacques Douai und Léo Ferré, von Hélène Martin und Catherine Sauvage, Monique Morelli und Georges Brassens eine anrührende und bewegende Fortschreibung.
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